Arbeitgeber-Service der BA (AG-S sbA): Unterstützung bei der Einstellung von schwerbehinderten Akademikern und Akademikerinnen (AG-S SBA)

Herr D. wurde im August 2016 von der örtlichen Agentur für Arbeit an den Arbeitgeber-Service für schwerbehinderte Akademiker (AGS sbA) überstellt. Umgehend wurde der Kunde gebeten, seine Unterlagen einzureichen. Diese Unterlagen: beispielhafte Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse sowie eine Kopie des Schwerbehindertenausweises bilden gemeinsam mit vom Kunden erbetenen Angaben zu seiner regionalen Mobilität und Aussagen ob, und in welcher Form die Beeinträchtigung sich auf die angestrebte Tätigkeit auswirkt, die Basis für die Erstberatung.

Das Erstberatungsgespräch fand Mitte August statt. Grundlage des Beratungsgesprächs ist ein umfänglicher Leitfaden. Nach einer Vorstellung des Aufbaus und der Dienstleistungen des AG-S SBA, erfolgt eine Rückmeldung zu den eingereichten Unterlagen. Die Zielvorstellungen werden erörtert und Vorschläge zur Bewerbungsstrategie gemacht. Dabei wird insbesondere darauf eingegangen, ob die SB-Eigenschaft im Bewerbungsprozess angegeben werden sollte oder aufgrund der Ausgangssituation besser darauf verzichtet wird. Abgerundet wird das Gespräch mit einem individuellen Angebot von Hilfestellungen.

  • regelmäßiger Bezug der 14-tägig erscheinenden Stellen-Information des AGS sbA, Anzeige passender Stellenangebote aus der Datenbank
  • Einsatz anonymer Kurzprofile, die in den Netzwerkverteiler des Geschäftsfeldes eingespeist werden
  • Einsatz von Serienbriefen an potentielle Arbeitgeber, in denen individuelle Fördermöglichkeiten aufgezeigt werden
  • Angebot einer einwöchigen Trainingsmaßnahme, die spezifisch auf die Zielgruppe ausgerichtet ist und zudem ein individuelles Coaching einschließt


Zum Schluss des Gespräches werden konkrete Vereinbarungen zum weiteren Vorgehen getroffen.

Herr D. hat das 50 Lebensjahr bereits vollendet, er ist auf einen Rollstuhl angewiesen, die Feinmotorik der echten Hand ist eingeschränkt, zudem wurde ein leichte Depression diagnostiziert. Seine Aufgabe als Fertigungsleiter hat er betriebsbedingt verloren. Vor der Überstellung war er bereits 10 Monate auf Arbeitsuche. Der Rücklauf auf seine Bewerbungen war wenig erfolgreich.

Er konnte durch den AG-S sbA wertvolle Hinweise zur Optimierung seiner Bewerbungsunterlagen erhalten. Für die Trainingsmaßnahme wurde er vorgemerkt. Herr D. hatte Interesse mit Hilfe der Kurzprofile und mit einer Serienbriefaktion den Markt anzusprechen. Beide Vorgehensweisen wurden individuell mit ihm abgestimmt. Dabei wurde auch die Liste der Arbeitgeber, die als Empfänger in Frage kommen, erstellt. Der Versand erfolgte in der ersten September-Hälfte. Ein junges mittelständisches e-mobility Unternehmen zeigte Interesse an dem Kurzprofil von Herrn D. Leider war die bestehende Vakanz nicht in jeder Hinsicht in Deckung mit dem Bewerberprofil. Insbesondere Wissenslücken im technischen Bereich, ein anderer Aufgabenzuschnitt und fehlende Kenntnisse in der Anwendung der aktuellen Version einer spezifischen CAD-Anwendung, ließen den potenziellen AG zweifeln ob man für beide Seiten Erfolg versprechend zueinander findet. Herr D. brachte im Interview den AG-S sbA ins Spiel.

Der Geschäftsführer Herr S. rief im AG-S sbA an. In diesem Gespräch wurde eine Probebeschäftigung angeboten. Die Bundesagentur für Arbeit hat für drei Monate die Gehaltskosten übernommen. In diesen drei Monaten konnten beide Seiten feststellen ob es passt und die Basis für eine Erfolg versprechende Zusammenarbeit gegeben ist. Herr D. hat die Probebeschäftigung im Oktober begonnen. Kurz vor Jahreswechsel fand dann das nächste Gespräch mit Herrn S. statt. Der AG hat Herrn D. in den ersten Wochen schätzen gelernt und Interesse an einer Weiterbeschäftigung signalisiert. Durch eine weitere Förderung konnten eine umfängliche außerbetriebliche Fortbildung ermöglicht werden, so dass Herr D. jetzt viel besser die Anforderungen der Stelle erfüllt. Zudem wurde die Förderung so bemessen, dass auch die beeinträchtigungsbedingte Minderleistung teilweise kompensiert wird.

Herr D. und Herr S. haben sich für die Unterstützung bedankt. Eine Nachfrage m Sommer 2017 hat ergeben, dass der Geschäftsführer, Hr. S. mit der gefunden Lösung sehr zufrieden ist. Der Arbeitnehmer ist sehr froh eine neue Herausforderung gefunden zu haben und fühlt sich in dem neuen Unternehmen sehr wohl.

Weitere Informationen finden Sie im Flyer.

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