• Definition von Behinderung

Menschen sind nach § 2 Abs. 1 SGB IX behindert, „wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn eine derartige Beeinträchtigung zu erwarten ist.“

Unterschieden werden verschiedene Grade der Behinderung, die die körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Auswirkungen der Funktionsbeeinträchtigung messen sollen. Eine förmliche Feststellung des Grades der Behinderung ist die für Geltendmachung bestimmter Rechte und für die Inanspruchnahme bestimmter Teilhabeleistungen und Nachteilsausgleiche notwendig. Der Grad der Behinderung wird anhand der sogenannten versorgungsmedizinischen Grundsätze festgestellt. Die Grade der Behinderung werden nach Zehnerschritten abgestuft und reichen von 20 bis 100. Wichtig dabei ist zu wissen, dass der Grad der Behinderung unabhängig vom ausgeübten Beruf festgestellt wird. Er sagt demnach nichts darüber aus, wie leistungsfähig der jeweilige Mensch mit Behinderung in Bezug auf einen konkreten Arbeitsplatz ist.

Grundsätzlich ist die Unterscheidung in folgende drei Gruppen relevant:

  • behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen,
  • Menschen mit einer Schwerbehinderung (§ 2 Abs. 2 SGB IX: Grad der Behinderung von mehr als 50),
  • behinderte Menschen, die den schwerbehinderten Menschen gleichgestellt sind.

Behinderte Menschen mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50, aber mindestens 30 sollen schwerbehinderten Menschen gleichgestellt werden, wenn sie infolge ihrer Behinderung ohne die Gleichstellung einen geeigneten Arbeitsplatz nicht erlangen oder nicht behalten können. Die Gleichstellung wird auf Antrag durch die zuständige Agentur für Arbeit festgestellt. Junge Menschen mit Behinderung können für die Zeit einer Berufsausbildung gleichgestellt werden, auch wenn der Grad der Behinderung weniger als 30 beträgt oder eine Behinderung noch nicht festgestellt wurde.

Ob Menschen mit einer Behinderung oder im Falle einer drohenden Behinderung oder deren Arbeitgeber (z.B. in Form von Eingliederungszuschüssen) Rehabilitationsleistungen in Anspruch nehmen können, richtet sich nach den jeweiligen Leistungsgesetzen der Rehabilitationsträger. Von Bedeutung sind hierbei insbesondere Leistungen der medizinischen und beruflichen Rehabilitation (auch Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben genannt).

  • Behinderungen überwiegend Folge von Krankheiten

Behinderungen sind zum überwiegenden Teil nicht angeboren. Bei über drei Viertel (83 Prozent) aller Menschen mit einer Schwerbehinderung tritt diese im Laufe des Lebens und häufig infolge einer Krankheit z. B. einer Krebserkrankung auf. 2 Prozent aller Schwerbehinderungen sind regelmäßig auf einen Unfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen.

  • Behinderungsarten und die Auswirkungen auf das Arbeitsleben

Es gibt nicht „die“ Behinderung, sondern viele unterschiedliche Arten von Behinderungen. Viele Behinderungen sind nicht zwangsläufig „sichtbar“, anders als bei den meisten Menschen mit einer körperlichen Behinderung, die z.B. im Rollstuhl sitzen. Chronische Erkrankungen, eine seelische Behinderung, Schwerhörigkeit oder Lernbehinderungen können beispielsweise nicht sofort wahrgenommen werden. 

Weiterführende Informationen zu verschiedenen Arten von Behinderung sowie Informationen zu den Auswirkungen im Arbeitsleben und Tipps für die berufliche Praxis finden Sie unter folgenden Links und in den beigefügten Publikationen:

Informationen zu unterschiedlichen Behinderungsarten und deren Auswirkungen auf das Arbeitsleben bei Talentplus:

Menschen mit seelischer Behinderung im Arbeitsleben - Broschüre des Landschaftsverbandes Rheinland